March 31, 2004
Ausstellung

Eine aktuelle Ausstellung in Berlin verspricht interessante Einblicke in Bereiche, die ansonsten kaum Aufmerksamkeit in den Medien erhalten. Hier der Pressetext:
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Mit der Ausstellung "Vom roten Stern zur blauen Kuppel – Kunst und Architektur in Zentralasien" führt die ifa-Galerie Berlin die Ausstellungsreihe " Islamische Welten" fort.
Die Ausstellung, die von dem Architekten Philipp Meuser und Dr. Barbara Barsch kuratiert wurde, hinterfragt das Spektrum von Tradition und Moderne und gibt einen Eindruck von den gewaltigen Veränderungen, die sich im vergangenen Jahrzehnt in den orientalischen Teilen der ehemaligen Sowjetunion vollzogen haben.
ifa-Galerie Berlin
26. März – 30. Mai 2004
Eröffnung: Donnerstag, 25. März 2004, 19 Uhr
Seit der Unabhängigkeit des ehemaligen "sowjetischen Orients" ist eine junge Künstlergeneration herangewachsen, die sich in ihren Arbeiten Fragen der neuen Religiosität sowie der Re-Islamisierung der Gesellschaft und ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen widmet. Fragen der Tradition, Religion, des modernen Lebens und der Rolle der Frau stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Reflexionen von Künstlerinnen und Künstlern wie Said Atabekov, Marina Lyubaskina, Galim & Zauresch Madanov, Erbol Meldibekov, Almagul Menlibaeva, Zitta Sultanbaeva & Ablikim Akmullaev sowie Elena & Victor Vorobyev. Sie verwenden Installationen, Fotografien und Videos, mit denen sie ihren Intentionen Ausdruck verleihen.
Die Rückbesinnung auf alte, islamische Traditionen und die damit verbundene Identitätssuche wird im Alltag vor allem auch in der neuen Architektur des ehemals "sowjetischen Orients" sichtbar. In zahlreichen Bauten, die seit 1991 in den Staaten Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Turkmenistan und Tadschikistan entstanden sind, wechseln neo-historisierende Baustile und globalisierte Architektur-Moden einander ab.
Die Ausstellung zeigt neben Kunstwerken aus jüngster Zeit erstmals auch eine vergleichende Übersicht von etwa 50 Projekten zeitgenössischer Architektur in Zentralasien. Sie belegt aber auch, dass Islam und Tradition bereits während der Sowjetzeit eine zentrale Bedeutung in der architektonischen Gestaltung hatten. Es werden erstmals Entwurfszeichnungen von Nikolai Scharski zu sehen sein, der ab den späten Sechzigerjahren bis in die Achtzigerjahre zusammen mit seinen Brüdern Piotr und Alexander entscheidenden Einfluss auf die Fassadengestaltungen in den zentralasiatischen Sowjetrepubliken hatte und in einzigartiger Weise Traditionen islamischer Ornamentik mit der Formenwelt der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Ikonografie der Sowjetgesellschaft verband. Diese Entwürfe, die noch nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, bilden in der Ausstellung das Bindeglied zwischen Architektur und Kunst, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Eine Ausstellung der ifa-Galerie Berlin.
Zur Ausstellung erscheint ein 80-seitiger Katalog.
