April 01, 2004

Aktuell: Usbekistan kommt nicht zur Ruhe

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Am vierten Tag einer Gewaltwelle in Usbekistan ist es erneut zu schweren Explosionen in Taschkent gekommen, berichtet Radio Free Europe. Gegen 20.30 Uhr Ortszeit explodierte eine Berufsschule - Angaben über Tote und Verletzte konnten nicht gemacht werden.

Auf der Suche nach den Drahtziehern für die Bombenattentate seit dem 28. März sind unterdessen keine großen Fortschritte erzielt worden. Keine Organisation hat sich bis jetzt zu den Taten bekannt. Laut usbekischem Aussenministerium befinden sich jedoch Tatverdächtige in Gewahrsam. Inwieweit Gerüchten über eine Verbindung der Hizb-ut-Tahrir Glauben geschenkt werden kann, bleibt abzuwarten. Sollten sie stimmen, würde dies eine drastische Abkehr von den eigentlichen Zielen der Organisation bedeuten. Normalerweise kämpfen die Anhänger mit Flugblättern und verbalen Mitteln gegen die Regierung und man bekennt sich zur Gewaltfreiheit (s. Homepage). Die Vermutungen und Beschuldigen bleiben trotz der Inhaftierungen allenfalls vage. Die frühe Festlegung auf Hizb-ut-Tahrir und IMU sind allenfalls typisch für Karimows Regierung, die durch die Anschläge ihre repressive Politik gegen islamische Organisationen gerechtfertigt sieht. Ob man es hier mit einer gänzlich neuen Form des Terrorismus zu tun hat, bleibt abzuwarten. Der Widerstand gegen Karimow ist jedoch nicht allein islamischer Natur: Die Wurzeln des Kampfes liegen oft nicht in religiösen Fragen, sondern haben wirtschaftliche und demokratische Gründe. Islam ist letztlich ein wirksames Ventil oder ein Sammelbegriff für die Oppositionellen und Regimegegner, andererseits jedoch auch für die Regierung, um mit aller Härte diese Kritiker und offenen Gegner brutal zu attackieren.

Weiterlesen:

- Hizb-ut-Tahrir offizielle Webseite
- Radio Free Europe: New Blast Rips Tashkent District
- Muslim Uzbekistan: UZBEK BOMBINGS: IN TASHKENT MANY ARE SCEPTICAL ABOUT OFFICIAL ASSERTIONS

Posted by Ben at April 1, 2004 03:47 AM
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